Archiv für Januar 2011

27.
Januar '11

Höhere Lohnsteuer nach PKV Wechsel?


In einem meiner vorhergehenden Artikel schrieb ich bereits zu der steuerlichen Berücksichtigung der Beiträge zur Privaten Krankenversicherung (PKV). Dabei ist durch den Gesetzgeber eine Möglichkeit geschaffen worden, die die Beiträge zur Privaten Krankenversicherung teilweise steuerlich zu berücksichtigen.

Was wird genau berücksichtigt?

Beiträge für den Steuerpflichtigen selbst und auch für unterhaltsberechtigte Personen (wie Ehegatten, Kinder) sind in höhe einer „Basiskranken- und Pflegeversicherung“ zu berücksichtigen. Ein Höchstbetrag oder eine Begrenzung gibt es nicht, jedoch sind nur die tatsächlichen Aufwendungen zu berücksichtigen. Nicht zu berücksichtigen sind Anteile zur Krankentagegeldversicherung, Zusatzbausteinen etwa für Ein- oder Zweibettzimmerzuschläge oder auch Bausteine zur Privat-/ Chefarztbehandlung. Der private Krankenversicherer ermittelt einen Abschlag. Dieser ist nicht abzugsfähig da er die eben genannten Leistungen, oder beispielsweise Schutz bei Heilpraktikerbehandlungen oder Kieferorthopädie bietet. In der Praxis ist oftmals ein Betrag zwischen 70-85% abzugsfähig. dieses ist aber tarifabhängig und nicht pauschal zu sagen.

Was ist denn der tatsächliche Aufwand?

Es handelt sich hier um die wirklich gezahlten Beträge. Dabei sind Rückzahlungen (wie der Arbeitgeberzuschuss, eine Beitragsrückerstattung, Pauschalleistung oder Bonuszahlung) mindernd anzusetzen. Bekommt der Arbeitnehmer also eine Pauschalleistung, eine Rückerstattung am Jahresende oder einen Bonus, so ist dieser am Jahresende anzugeben und mindert den tatsächlich entstandenen Aufwand.

Eine entstandenen Selbstbeteiligung ist nicht „Aufwand“ im Sinne des Gesetzes, kann aber wie bisher als „außergewöhnliche Belastung in der Einkommensteuererklärung berücksichtigt werden.

Doch wie kann es nun passieren, das nach einem Wechsel aus der gesetzlichen (GKV) in die private Krankenversicherung (PKV) plötzlich weniger Nettogehalt da ist/ mehr Lohnsteuer abgeführt wird?

Bei vielen Versicherten die vormals in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert waren, sinken durch einen PKV Wechsel zunächst die Beiträge. Allein dadurch ist ein verminderter Aufwand vorhanden, ergo auch höhere Lohnsteuer zu zahlen. Der Beitrag zur Privaten Krankenversicherung ist zudem meist nicht zu 100% absetzbar, denn es handelt sich hierbei auch um enthaltene „Komfortleistungen“, welche nicht absetzbar sind. (siehe Erläuterungen oben im Artikel)

Um die Abrechnung zu verdeutlichen, folgende drei Beispiele. Allen liegen gleiche Voraussetzungen zu Grunde:

Arbeitnehmer, Bundesland Berlin, kinderlos, evangelisch

Bruttoeinkommen 4.000 EUR monatlich

Beitragsbemessungsgrenze: 3.708,33 EUR mtl.

Fall 1- der gesetzlich Versicherte Arbeitnehmer. Beitragssatz 15.5% für die Krankenversicherung und 2,25% für die Pflegeversicherung. AG und AN zahlen somit zusammen 15,5% KV und 2,25% PV = 658,23 EUR

Von den 4.000 EUR brutto sind 777,08 EUR Lohnsteuer, 42,73 EUR Soli und 69,93 EUR Kirchensteuer abzuziehen. Für die Krankenversicherung werden für den Arbeitnehmeranteil 304,43 EUR und für die Pflege 45,48 EUR fällig. Dazu kommen weitere SV Beiträge.

Dem Arbeitnehmer verbleibt nunmehr ein NETTOeinkommen von 2.302,35 EUR

Fall 2- der privat versicherte Arbeitnehmer. Beitrag zur PKV 400 EUR, Pflegevers. 30 EUR. Anrechenbarer Beitrag im Sinne eines Basisschutzes 320 EUR.

Von den 4.000 EUR brutto sind hier nun schon 843,91 EUR Lohnsteuer, 46,41 EUR Soli und 75,95 EUR Kirchensteuer abzuziehen. Für die Krankenversicherung werden 200 EUR, für die Pflegeversicherung 15 EUR Arbeitgeberzuschuss steuerfrei dazu gezahlt. Abzuziehen auch hier natürlich die weiteren SV Beiträge.

Dem privat versicherten Arbeitnehmer verbleibt nun ein Netto von zunächst 2.790,73 EUR abzüglich des PKV und Pflegeversicherungsbeitrages von 400 und 30 EUR, also sind „übrig“ 2.360,73 EUR

Aus der anfänglichen „Beitragsersparnis von etwa 228 EUR  (658 EUR GKV – 430 PKV) bleiben „unterm Strich“ beim Arbeitnehmer knapp 58,48 EUR übrig. (ggf. zu korrigieren um Beitragsrückerstattung s. oben)

Doch was passiert, wenn sich der Arbeitnehmer für einen „teureren Tarif“ in der PKV entscheidet? Das sehen Sie nun im Fall Nr. 3:

Fall 3- Arbeitnehmer, Beitrag zur PKV 500 EUR, Pflegevers. 30 EUR. Anrechenbarer Beitrag im Sinne eines Basisschutzes 400 EUR.

Von den 4.000 EUR brutto sind hier nun 843,91 EUR Lohnsteuer, 46,41 EUR Soli und 75,95 EUR Kirchensteuer abzuziehen. Für die Krankenversicherung werden 250 EUR, für die Pflegeversicherung 15 EUR Arbeitgeberzuschuss steuerfrei dazu gezahlt. Abzuziehen auch hier natürlich die weiteren SV Beiträge.

Und was bleibt hier übrig? 2.310,73 EUR.

Auch hier wurden zunächst gegenüber der GKV noch 128 EUR eingespart. Am Ende blieben davon 8,38 EUR übrig. (bei deutlich höheren Leistungen)

Auch ist zu bedenken, eine Leistungserhöhung durch Zusatzversicherungen zur gesetzlichen Krankenkasse (GKV) wirken sich nicht steuerlich aus, da diese ebenfalls über die Basisversorgung hinausgehen. Dennoch belasten diese allein und ausschließlich den Arbeitnehmer, wodurch sich das Verhältnis von Arbeitgeber- zu Arbeitnehmeranteil nochmals verschlechtert.

Im Falle der Leistungsfreiheit in dem Tarif und einer unterstellten Beitragsrückerstattung von 2 Monatsbeiträgen, werden bei dem Fall 2 knapp 800 EUR und im Fall 3 schon 1.000 EUR zurückerstattet. Diese wirken sich natürlich ebenfalls, wie oben geschildert, mindernd aus. Pauschal ist also in der Vorschau auf das Jahr noch gar keine endgültige Aussage zu treffen.

Fazit:

Nicht allein die Beitragsersparnis auf dem Papier entscheidet über die finalen Summen. Dabei sind vielmehr auch die Fragen nach der Berücksichtigung der Beiträge zu stellen. Auch Modelle und Bausteine zur Beitragsreduzierung im Alter spielen hier eine Rolle und wirken sich aus. Achten Sie also zuerst auf die Leistungen, dann auf Fragen wie Beitrag und steuerliche Fragen und ziehen Sie bei Unklarheiten einen Steuerberater zu Rate.

In unserem Fall wäre der Versicherte mit der 3. Variante langfristig sogar besser gefahren, obwohl hier monatlich knapp 100 EUR mehr Beitrag zu zahlen sind als im Fall 2 zuvor. Die Beitragsersparnis schmilzt auf der einen Seite weiter, auf der anderen Seite werden mehr Altersrückstellungen gebildet, diese können bei einem späteren Wechsel in einen leistungsschwächeren Tarif (Fall 2 z.Bsp.) durchaus positive Auswirkungen haben.

Diese Beispielrechnung stellt keine Steuerberatung dar und ist ohne Gewähr. Die Daten zur Lohnabrechnung wurden mir freundlicherweise vom Steuerbüro Thomas Glaser zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür.

26.
Januar '11

Die unendliche Geschichte mit einem Kölner Krankenversicherer Teil III


Leser meines Blogs haben bereits im letzten Jahr den ersten und zweiten Teil dieser scheinbar unendlichen Geschichte lesen können. Doch nun wird es nicht nur albern, sondern zudem auch noch dreist.

Zum Anfang und der Entwicklung der Geschickte bitte erst die angesprochen beiden Teile lesen. Dabei muss man sich schon vor Augen halten, wir haben 2011 und sprechen von einer Kündigung aus dem Jahr 2009. Die Central Krankenversicherung hat es nun nach exakt 14 Monaten nicht einmal ansatzweise geschafft, diese Geschichte zu lösen.

Da auf normale Post und E-Mails, wie auch auf Faxe eine Reaktion mehr erfolgte, lies ich dann im letzten Jahr den Entwurf der Klageschrift, die bisherigen Schreiben und weitere Unterlagen per Gerichtsvollzieher bei dem Vorstand der Central in Köln zustellen. Das hat dann zumindest teilweise gefruchtet. Danach wurde dem Kunden zumindest eine Aufhebung bestätigt. Noch immer zum falschen Termin, noch immer ohne entsprechende Bescheinigungen, aber immerhin etwas.

Somit ist zunächst einmal klar, das der Vertrag bei denen beendet ist. Nur weil der neue Krankenversicherer auf die Vorversicherungsbescheinung (die die Central ja nicht in der Lage ist auszustellen) verzichtet hat, wurden dort die Rechnungen bezahlt.

Die Klage ist mittlerweile am zuständigen Gericht in Frankfurt anhängig und ich bin sehr gespannt, wie dieses weiter geht.

Der nächste Schritt der Unfähigkeit

Heute erreichte mich eine Mail mit dem Betreff „Es nervt so“ von dem betroffenen Kunden und ohne zu Lesen, gar ohne den Absender zu lesen wusste ich, es kann sich nur um meinen „Lieblingsversicherer“ handeln. So war es dann auch. Der Kunde hatte mal wieder Post vom „Hessischen Amt für Versorgung und Soziales“ erhalten. Dort sei ein neues Bußgeldverfahren gegen ihn anhängig, schrieb man dem Kunden und nun soll er zu der Sache gehört werden. Man beachte dabei den Zeitraum um den es geht:

Dabei hatte die Central dem Kunden auf mein Drängen im Dezember bereits eine Bestätigung geschickt, demnach sei die Meldung vom 05. 12. an das Amt ungültig. Angeblich sei eine Rücknahme dieser Meldung nicht möglich. Auch hielt man es aber nicht für nötig, das zuständige Amt zu informieren, der Kunde könne „ja dieses Schreiben zu seiner Entlastung einreichen“.

Ach so ist das also. Der Versicherer ist unfähig in seinen eigenen Unterlagen zu recht zu kommen, nicht in der Lage korrekt zu handeln, Kündigungen und Schreiben zu beantworten, zu lesen und auch ordentlich abzuwickeln, aber der Kunde kann sich ja schön selbst kümmern.

Das zum Thema Kundenservice.

Über den weiteren Verlauf der Klage werde ich Sie auf dem Laufenden halten. Ich hoffe sehr, einen kompetenten und versierten Richter zu bekommen und eine zufriedenstellende gerechte Entscheidung zu erhalten. Das was ich jedoch persönlich schlimm finde, es gibt keinerlei Entschuldigung an den Kunden, nicht mal ansatzweise eine Reaktion und dergleichen.

Und wenn nicht der Kunde hier so geduldig wäre und das nun auch „durchzieht“, so hätte die Taktik „wir als Central sind größer, stärker und sitzen das jetzt aus“ mal wieder geklappt.

Allen den es ähnlich geht… NICHT UNTERKRIEGEN LASSEN! Bestehen Sie auf Ihr Recht und klagen dieses im Notfall ein. Fehler passieren überall, es arbeiten Menschen in Unternehmen, die machen auch mal Fehler, keine Frage. Aber es kann nicht sein, dass hier der Kunde (der ja immerhin in der Vergangenheit nicht wenig Geld gezahlt hat) hier so hängen gelassen wird.

24.
Januar '11

Gastbeitrag: Verwandeln Sie Steuern in inflationsgeschütztes Vermögen – Denkmalimmobilien als Kapitalanlage


Heute lesen Sie einen Gastbeitrag meines Kollegen Dr. Karsten Schütz

Derzeit suchen Kapitalanleger händeringend nach sinnvollen Anlagemöglichkeiten. In erster Linie wünschen Anleger nach den schmerzvollen Verlusten der letzten Jahre bei vermeintlich „lukrativen“ (und nicht selten von den Hausbanken empfohlenen) Kapitalanlagen Sicherheit. Daher mag der eine oder andere überlegen z.B. in deutsche Staatsanleihen oder Festgeldkonten zu investieren, wenn auch zu fast verschwindend geringen Zinsen.

Zweitens wünschen Kapitalanleger Schutz vor einer drohenden Inflation.

Leider würden aber gerade die vermeintlich sicheren Anlagen wie deutsche Staatsanleihen, Festgelder usw. von der vollen Wucht einer Inflation getroffen. Ihr Wert würde aufgezehrt, denn es sind Geldwerte – eine in Inflationszeiten sehr unsichere Anlage!

Es verbleibt daher die sinnvolle Möglichkeit, in Sachwerte zu investieren, deren Werte mit der Inflation steigen! Die Investition, die sowohl vor Inflation schützt und zudem eine hohe Sicherheit statt ewigem „Auf und Ab“ bietet, ist die Immobilie.

In diesem Artikel beschäftige ich mich im Speziellen mit sog. Denkmalimmobilien. Denn solche Denkmalimmobilien haben neben den schon aufgeführten Vorteilen noch einen weiteren, einzigartigen Vorteil: Mit ihnen lassen sich in erheblichem Maße Steuern sparen. Im Folgenden zeige ich Ihnen, warum eine solche Investition eine der derzeit sinnvollsten Anlageformen ist und wie man vorgehen sollte.

1. Sicherheit

Eine gute Immobilieninvestition ist immer eine Investition mit hoher Sicherheit … wenn die Auswahl sorgfältig und systematisch erfolgt!

Hierbei können Sie genauso analytisch vorgehen, wie Sie es bei der Auswahl Ihrer privaten Krankenversicherung getan haben. Auch bei Immobilien gibt es Kriterien (PKV: „Bedingungen“), die unbedingt erfüllt sein müssen, damit sie dauerhaft und nachhaltig ihre Miete und Wertbeständigkeit (PKV: „Leistungen“) realisieren. Und daher gilt bei der Auswahl der Immobilie: Ziehen Sie wie bei der PKV einen Experten zu Rate.

Was sind nun wichtige „Bedingungen“?

Hier einige Beispiele: Neben dem allseits bekannten Kriterium der Lage spielen weitere Faktoren eine Rolle: Ist das Objekt auf den demografischen Wandel ausgerichtet? Entspricht das Objekt den zukünftigen Anforderungen an Energieeffizienz? Ist die Zielgruppe möglicher Mieter eher allgemein oder speziell? Ergibt die spezielle Soziodemographie der Mikrolage eine spezielle Nachfrage nach Wohnraum (z.B. altersgerechtes Wohnen)?

Es wird hier schon deutlich, dass eine Vielzahl von Kriterien – auch in ihrer Wechselwirkung – berücksichtigt werden müssen.

2. Inflationsschutz

Die Mieten und Werte von Immobilien steigen mehr oder weniger gleichmäßig mit der Inflation und bieten daher grundsätzlich den gewünschten Schutz. Nun haben Sie sicher schon einmal gehört, dass die Preise für Immobilien in den letzten Jahren konstant geblieben seien, trotz Inflation. Wie ist das zu erklären? Ganz einfach: Die Preisbetrachtung ist eine Durchschnittsbetrachtung! Ländliche Gebiete und Ballungszentren werden vermischt. Tatsächlich sind aber die Immobilienwerte in ländlichen Gebieten gesunken und in den prosperierenden Ballungszentren gestiegen! Dies ist angesichts eines zunehmenden Zuzugs in die Städte eine Tendenz, die sich voraussichtlich weiter verstärken wird. Wählen Sie eine Immobilie in einem solchen Ballungszentrum aus, ist der Inflationsschutz weit gehend gesichert.

3. Steuern werden zu Vermögen

Denkmalimmobilien stellen das letzte (und vom Staat ausdrücklich gewünschte) „Steuerschlupfloch“ dar. Grundlage sind die §§ 7h/i EStG. In ihnen wird geregelt, dass die Modernisierungskosten einer Denkmalimmobilie steuerlich zu 100% absetzbar sind. Diese kann der Käufer der Immobilie dann verteilt über 12 Jahre abschreiben. So kann er in den ersten 8 Jahren jeweils 9% der Modernisierungskosten pro Jahr absetzen und in den letzten 4 Jahren jeweils 7%. Im Allgemeinen sind ca. 65% – 70% des Kaufpreises abschreibungsfähige Modernisierungskosten. Bei einem Kaufpreis von beispielsweise 200.000 € bedeutet dies, dass Sie insgesamt ca. 140.000 € steuerlich absetzen können.

Ein Beispiel hierzu: Sie (ledig) verdienen über 52.000 € p.a. Dann liegen Sie schon im Spitzensteuersatz und erzeugen den maximalen Steuerhebel bei einer solchen Investition. Erwerben Sie eine Denkmalimmobilie zu o.g. Preis und Modernisierungskosten, können Sie im ersten Jahr 9% von 140.000 €, also 12.600 € steuerlich absetzen. Zusätzlich können Sie, wenn Sie die Immobilie finanzieren, natürlich noch die Darlehenszinsen absetzen. Angenommen Sie finanzieren den kompletten Kaufpreis, also 200.000 €, und bezahlen dafür 4,5% Zinsen, dann können Sie weitere 9.000 € steuerlich geltend machen, insgesamt also 21.600 €. Da Sie aber auch positive Einkünfte in Form von Miete erzielen, sagen wir 7.600 € p.a., können Sie jährlich 14.000 € (!) steuerlich absetzen (21.600 € – 7.600 €).

Die resultierenden Steuerrückzahlungen und die Miete fließen Ihnen zu und diesen Geldfluss lenken Sie in die Entschuldung der Immobilie. Eine steuerlich besser geförderte Kapitalanlage dürfte es derzeit kaum geben! Dieser Steuervorteil lässt sich individuell für jeden Anleger in einer Modellrechnung berechnen.

4. Historisch günstige Finanzierung – (fast) ohne Eigenkapital

Interessant sind für Immobilienerwerber die derzeit extrem niedrigen Zinsen, die langfristig, z.B. für 15 Jahre, gesichert werden können. Bei den meisten denkmalgeschützten Immobilien können derzeit zusätzlich die noch günstigeren KfW-Darlehen genutzt werden.

Eine Kapitalanlageimmobilie sollte sich immer sinnvoll in das Gesamtvermögen des Anlegers einpassen und in einem vernünftigen Verhältnis stehen. Stimmt dieses Verhältnis, sind die meisten Banken bereit, den gesamten Kaufpreis zu finanzieren. Als Eigenkapital müssen dann lediglich die Kaufnebenkosten (Notar, Grunderwerbssteuer i.H.v. insgesamt ca. 5% – 6%) des Kaufpreises eingebracht werden.

5. Vollständige Verwaltung der Immobilie

Schließlich erfolgt bei den angesprochenen Kapitalanlage-Immobilien auf Wunsch ein vollständiges Vermietungsmanagement durch professionelle und erfahrene Mietverwaltungen. Die Verwalterkosten sind niedrig und zudem steuerlich absetzbar. Dem Eigentümer solcher Immobilien entsteht daher keinerlei Verwaltungsaufwand für Pflege, Vermietung etc. seiner Immobilie.

Zusammenfassend kann man sagen, dass es kaum einen Zeitpunkt gegeben hat, zu dem eine Investition in eine Immobilie im Allgemeinen und in eine Denkmalimmobilie im Speziellen günstiger war. Allerdings ist die richtige Auswahl der Immobilie entscheidend.

Sollte das Thema Ihr Interesse geweckt haben oder sollten Sie eine steuerliche Modellrechnung wünschen, kontaktieren Sie mich gerne!

Dipl.-Kfm. Dr. Karsten Schütz

http://www.denkmalimmobilie24.de, Mail: kschuetz@drschuetzgmbh.de

20.
Januar '11

Wahltarife und ein Statuswechsel in der gesetzlichen Krankenkasse – Teil II


Bereits im ersten Artikel zu Wahltarifen in der Gesetzlichen Krankenkasse und der Kündigung dieser bei erstmaligen Versicherungsfreiheit hatte ich von meiner Anfrage an das Bundesversicherungsamt berichtet.

Dennoch scheint es einige Krankenkassen (unter anderem auch die TKK und einige BKK’en) zu geben, die das Gesetz bewusst zu ihren Gunsten auslegen (wollen) und eine Kündigung der GKV Wahltarife ablehnen.

Damit diese Missverständnisse gar nicht erst aufkommen, hier nochmals die Erklärungen und passenden Paragraphen.

1.) Der Versicherte wird durch das Überschreiten der JAEG erstmalig in 2011 versicherungsfrei.

2.) Es muss zunächst die Meldung des Arbeitgebers an die GKV erfolgen.

3.) Danach erhalten Sie ein Schreiben, in welchem Ihnen die Krankenkasse mitteilt, dass eine Versicherungsfreiheit besteht. JETZT müssen Sie Ihrer Krankenkasse den Austritt erklären. Dieses muss binnen 2 Wochen erfolgen. Wirksam wird diese jedoch nur, wenn zusammen und IN DIESER FRIST die Bestätigung einer anderen (privaten) Versicherung eingereicht wird.

(3) Die Mitgliedschaft von Personen, deren Versicherungspflicht nach § 6 Abs. 4 (Anm. SGB V) erlischt, endet zu dem in dieser Vorschrift vorgesehenen Zeitpunkt nur, wenn das Mitglied innerhalb von zwei Wochen nach Hinweis der Krankenkasse über die Austrittsmöglichkeit seinen Austritt erklärt. Wird der Austritt nicht erklärt, setzt sich die Mitgliedschaft als freiwillige Mitgliedschaft fort.

Bitte beachten:

Eine KÜNDIGUNG (auch wenn diese bereits vorsorglich ausgesprochen wurde, ist unwirksam, wenn die Laufzeit des Wahltarifes noch nicht erfüllt ist. Für welche Wahltarife welche Laufzeit gilt, entnehmen Sie bitte meinem Artikel zur Gesundheitsreform und den Änderungen zum 01. 01. 2011.

Lehnt also Ihre Krankenkasse die Kündigung ab, so hat diese recht. Einen Austritt mit einer entsprechenden Bescheinigung der Folgeversicherung kann man aber nicht ablehnen.

Ich habe hierzu das Bundesversicherungsamt angeschrieben, welche die Funktion als Aufsichtsbehörde inne hat.

Kernaufgabe des Bundesversicherungsamtes ist die Rechtsaufsicht über die bundesunmittelbaren Träger der gesetzlichen Kranken-, Renten- und Unfallversicherung sowie der sozialen Pflegeversicherung.

Was können Sie tun, wenn die GKV die Kündigung wegen dem Wahltarif ablehnt

1.) Bestehen Sie auf einem widerspruchsfähigen Bescheid

2.) konsultieren sie einen Berater/ einen Anwalt und gehen ggf. mit einem Widerspruch gegen die Ablehnung vor.

3.) sollte auch das nichts bringen, so nutzen Sie die Möglichkeit der Klage vor dem Sozialgericht, welche kostenfrei ist.

Bedenken Sie bitte aber noch eins:

Zuerst sollten Sie sich mit dem Tarif und der Auswahl der richtigen PKV beschäftigen. Erst wenn dieses vollzogen ist, die PKV Sie angenommen hat und Ihnen die Folgeversicherungsbestätigung vorliegt, kann der Austritt der GKV erklärt werden. Dazu beachten Sie bitte die Auswahlkriterien zur Privaten Krankenversicherung und den Leitfaden.

19.
Januar '11

Gastbeitrag: Richtiges Verhalten im Schadensfall


Hier lesen Sie einen Gastbeitrag meines Kollegen Wolfgang Ruch

Häufig wird über Versicherungsgesellschaften geschimpft, da diese im Schadensfall nicht das Geld ausbezahlen, was die Kunden erwarten. Häufig liegt dies jedoch am Fehlverhalten des Kunden, welches durch einfache Verhaltensregeln behoben werden kann.

In der Kommunikation mit Kunden unterscheide ich folgende Bereiche:

a) Richtiges Verhalten vor dem Schadensfall

b) Richtiges Verhalten im Schadensfall

c) Richtiges Verhalten nach dem Schadensfall

Zu a) Richtiges Verhalten vor dem Schadensfall:

Kunden von Herrn Hennig kennen das schon aus seinen vielen Blogbeiträgen im Zusammenhang mit der PKV. Man muss sich genau die Frage stellen, ist diese Versicherung das richtige für mich und wenn ja, welche Leistungen wünsche ich. Der Preis (Beitrag) ist dann das Ergebnis dieser Wahl.

So muss man dies auch bei den verschiedenen Sachversicherungen des Privathaushaltes sehen (Haftpflicht, Hausrat, Rechtschutz, Wohngebäude etc.)

Welchen Versicherungsschutz möchte ich versichert haben.

Hier am Beispiel einer Wohngebäudeversicherung:

– Wie hoch muss die Versicherungssumme sein?

– Sollen Elementarschäden mitversichert sein?

– Habe ich eine Fußbodenheizung, ein Aquarium oder ein Schwimmbad im Haus?

– Wollen Sie z.B. grobe Fahrlässigkeit mitversichert haben?

Feuer, Leitungswasser, Sturm- und Hagel haben i.d.R. alle Wohngebäudeversicherungen abgesichert. Es kommt auf die kleinen Bausteine im Versicherungsschutz an. Diese stehen nicht auf der Police, sondern in den 30 Seiten beigefügten Versicherungsbedingungen. Das ist das Kleingedruckte, das die Kunden meist nicht lesen…

Damit haben Sie einen passenden Versicherungsschutz und wissen, was versichert ist.

Der 1. Schritt, damit in der Schadenregulierung kein böses Erwachen kommt.

Informationen zu verschiedenen Versicherungen finden Sie unter:

www.ruch-finanzberatung.de und dann unter Versicherungsvergleiche.

Zu b) Richtiges Verhalten im Schadensfall:

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in einem Urteil die Verpflichtung eines Kunden im Schadenfall wie folgt beschrieben:

„Ein Versicherungsnehmer hat sich im Schadensfall so zu verhalten, als wäre er nicht versichert.“

D.h., Sie brauchen in einem lichterloh brennenden Haus nicht den Helden spielen, um ihre Möbel zu retten und sich dabei in Lebensgefahr zu bringen. Ein Anruf bei der Feuerwehr genügt. Das gemütliche Abwarten, bis alles auf die Grundmauern runtergebrannt ist, da man sowieso neu bauen wollte, ist sicherlich kein richtiges Verhalten.

Als nächstes ist unverzüglich, das heißt im juristendeutsch: ohne schuldhaftes verzögern, die Versicherungsgesellschaft über den Schaden zu informieren.

Zu c) Richtiges Verhalten nach dem Schadensfall:

Hier passieren die meisten Fehler der Kunden. Eine Versicherungsgesellschaft muss sich einen Eindruck von dem Schadensereignis machen können. D.h., der Schaden sollte nicht schon beseitigt sein oder defekte Gegenstände weggeworfen.

Weiterhin ist umgehend das von der Versicherung übermittelte Schadensformular vollständig auszufüllen und zurückzusenden. Dabei sollte natürlich auf die Formulierung des Textes geachtet werden. Falsche Angaben führen zum Verlust des Versicherungsschutzes, unglückliche Wortwahl durch Ausschlüsse in den Bedingungen aber teilweise auch.

So wird bei einem Feuerbrand durch einen brennenden Weihnachtsbaum sehr genau darauf geachtet, wie lange man den Raum verlassen hat. Da kann es um den Grund und um die Dauer gehen, die über die Erstattung des abgebrannten Hauses oder den fehlenden Versicherungsschutz entscheiden.

Tipp: lassen Sie sich bei der Schadensregulierung von einem Fachmann helfen!

Bei Fragen wenden Sie sich gerne an mich und mein Team.

Tel: 03303 / 548 265

Fax: 03303 / 548 266

e-mail: info@ruch-finanzberatung.de

homepage: www.ruch-finanzberatung.de