Archiv für April 2010

30.
April '10

GKV freiwillig versichert erst ab 01. 01. 2011 – wann, was tun?


UPDATE: Bundestag billigt das GKV-Finanzierungsgesetz-GKV-FinG, 3-Jahresgrenze in der PKV ist Geschichte

Einige Anfragen die mich heute schon erreichen beschäftigen sich mit dem Thema „Private Krankenversicherung 2011“. Warum jetzt schon?

Nun, aufgrund der DreiJahresregel in der gesetzlichen Krankenversicherung sind viele Arbeitnehmer noch nicht in der Lage in die private Krankenversicherung zu wechseln. Gem. §6 in V sind Angestellte unter bestimmten Voraussetzungen versicherungsfrei. Genau heißt es dort:

(4) Wird die Jahresarbeitsentgeltgrenze in drei aufeinander folgenden Kalenderjahren überschritten, endet die Versicherungspflicht mit Ablauf des dritten Kalenderjahres, in dem sie überschritten wird. Dies gilt nicht, wenn das Entgelt die vom Beginn des nächsten Kalenderjahres an geltende Jahresarbeitsentgeltgrenze nicht übersteigt.

Der Angestellte der in 2008, 2009 und 2010 die Jahresarbeitentgeltgrenze (JAEG)

2008 – 48.150 EUR

2009 – 48.600 EUR

2010 – 49.950 EUR

überschreitet und vorr. auch die für 2011, ist somit versicherungsfrei und kann sich entweder freiwillig in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) bleiben, oder in die private Krankenversicherung (PKV) wechseln.

Wann sollte nun was unternommen werden?

Grundsätzlich kann der Antrag „irgendwann“ in 2010 gestellt werden, da der Beginn erst der 1. 1. 2011 sein kann. Dieses birgt jedoch heute das Risiko eines schlechteren Gesundheitszustandes durch auftretende Erkrankungen, Veränderungen im Gesundheitszustand die bei einer andren Untersuchung „zufällig“ festgestellt werden und/ oder einem Unfall. All diese Gründe können den Wechsel in die Private Krankenversicherung (PKV) endgültig und abschließend verbauen.

Nun gibt es mehrere Möglichkeiten:

Variante 1: Abschluss einen so genannten Optionstarifes. Dieser sichert bei Erfüllung der Voraussetzungen den Wechsel in die Private Krankenversicherung ohne neue Risikoprüfung. Dabei handelt es sich also um eine Konservierung der Gesundheitsangaben, so das eine Verschlechterung- wenn diese eintritt- den Wechsel nicht verhindert. Dieser wird beantragt und es werden heute die „normalen“ Risikofragen gestellt. Danach erfolg eine Einschätzung und es ist ein Beitrag zu entrichten.

Variante 2: Bei den meisten Gesellschaften ist ein „vordatieren“ des Antrages maximal 6 Monate lang möglich. Somit bedeutet das bei einem Wechsel zum 01. 01. 2011 die Antragstellung ist ab dem 1. 7. möglich. Dann wird ebenfalls die übliche Risikoprüfung durchgeführt, der Antrag wird angenommen und policiert und auch hier sind somit keine weiteren Erkrankungen mehr nach zu melden.

und nun kommen wir zur elegantesten Variante, da diese auch noch Beitrag sparen kann:

Variante 3: Durch die Berechnung des Eintrittsalters (Beginnjahr minus Geburtsjahr) gilt bei den Varianten 1 und 2 das Eintrittsalter 2010. Da ein Eintritt mit einem jüngeren Eintrittsalter zu dauerhaft geringeren Prämien führt, rate ich zu folgender Variante.

Machen Sie sich im Monat Mai in Ruhe Gedanken welche Auswahlkriterien „ihr“ Tarif erfüllen muss. Schauen Sie sich mit dem Berater gemeinsam mehrere Modelle an und überlegen Sie ganz in Ruhe. Wenn Sie ein Entscheidung getroffen haben, so stellen Sie entsprechende Voranfragen (KEINE Anträge) über den Berater. Dann, bei der Antragstellung beantragen Sie (ab 1.6.) eine Anwartschaft ab 01. 12. 2010. Diese sichert das Eintrittsalter 2010 und ist preislich sehr überschaubar. Für einen Versicherten um die 30 bedeutet dieses einen Mehraufwand an Beitrag für den Monat Dezember von ca. 100 EUR, eine Beitragsersparnis von ca. 8-9 EUR monatlich. So hat sich dieses bereits in 2011 „gerechnet“.

Auch bei dieser Variante ist der Gesundheitszustand nach Policierung gesichert. Einige Gesellschaften bieten den Antrag für 2011 bereits vorher an. Diese Vorgehensweise (Antragstellung mehr als 6 Monate im Voraus) hat in der Vergangenheit jedoch zu einiger Aufregung bei den Aufsichtsbehörden geführt und daher halte ich nichts von dieser Variante.

Weiterführende Informationen:

3 Jahresgrenze erfüllt, und wie nun weiter?

Auswahlkriterien zur PKV als pdf Fragebogen

Leitfaden zur PKV

28.
April '10

Antragsformulare und Zusatzfragebögen online


Bereits vor knapp 3 Wochen hatte ich über das Onlinestellen von Antragsformularen berichtet.

Aufgrund der großen Resonanz habe ich mich entschlossen, weitere Fragebögen (auch zu ergänzenden Rückfragen bei bestimmten Erkrankungen) online zu stellen. Durch die ständige Präsenz der Formulare möchte ich zwei Sachen erreichen.

1.) Sie als Kunde lernen dadurch den Unterschied zwischen den unterschiedlichen Fragestellungen und verstehen warum welche Fragen gestellt werden

2.) Bei einer Voranfrage oder Antragstellung entfällt das versenden per Mail und die Formulare sind unabhängig vom E-Mailpostfach verfügbar

Folgende Antragsformulare sind derzeit Online:

PKV Anträge für die AXA, den Deutschen Ring, die Hallesche, die Mannheimer und die RuV Krankenversicherung

BU Antrag der Alten Leipziger Lebensversicherung

Zusatzfragebögen des Dt. Rings, der Halleschen, Mannheimer und RuV (zum Beispiel für weitere Ergänzungen zur Allergie, Rücken-/ Magen-/ Atemwegsproblemen, Knieerkrankungen und vielem mehr)

Tätigkeitsbeschreibung der Alten Leipziger für die Berufsunfähigkeitsversicherung

Sollten Sie bestimmte Anträge oder Zusatzfragebögen vermissen, so lassen Sie mich dieses bitte wissen, ich bemühe mich diese nachträglich einzustellen.

Durch einen Klick auf diesen Link oder über den Downloadbereich/ Antragsunterlagen kommen Sie direkt zur Auswahl.

Bedenken Sie aber bitte Eines:

Keine Antragstellung ohne Beratung. Lassen Sie sich durch einen Spezialisten bei de Auswahl der Produkte unterstützen und schauen Sie sich die Auswahlkriterien zur Krankenversicherung oder auch die zur Berufsunfähigkeit an und bedenken Sie das es nur eine kleine Auswahl ist und weit mehr besprochen werden muss.

27.
April '10

Deutscher Ring und Baloise einigen sich


… und verständigen sich auf eine Trennung.

Wie die Financial Times heute berichtet hat es eine Einigung gegeben.

Außendienst und Verwaltung der Deutschen Ring-Gesellschaften (DR) in Hamburg werden endgültig getrennt. Darauf haben sich die Vorstände von Signal Iduna und Bâloise geeinigt. Die Mehrheit an der Vertriebsorganisation OVB liegt bei der Signal Iduna. Die jetzt unterzeichnete Absichtserklärung soll in den kommenden Wochen in einen Vertrag münden.

Den vollständigen Artikel lesen Sie auf der Seite der Financial Times Deutschland oder hier unter folgendem Direktlink.

26.
April '10

Beitragsrückerstattung: Die BBKK (Bayrische Beamtenkrankenkasse) streicht diese nun


Der Aufschrei ist groß. Viele Interessenten und Anrufer beschweren sich derzeit über die Bayrische Beamtenkrankenkasse. „Das können so alles nicht sein, ist ja eine Frechheit“ lauten die Aussagen die ich mehrfach die Woche von Neukunden höre. Was aber ist passiert?

Die Bayrische Beamtenkrankenkasse (BBKK) als privater Krankenversicherer schrieb Ihren Kunden vor kurzem einen Brief. Darin wurden gleich zwei „schlechte“ Nachrichten überbracht.

1.) Der Versicherer muss seine Beiträge erhöhen (hier nachzulesen)

2.) Die Beitragsrückerstattung wird gestrichen

Den Aussagen der Kunden zufolge wurden hier bei vielen falsche Aussagen bei Vertragsabschluss gemacht. Oftmals wurde nicht erwähnt, das es sich um eine erfolgsabhängige Beitragsrückerstattung handelt. Also diese vom Erfolg des Versicherers abhängig ist. Das bedeutet im Umkehrschluss aber auch, diese kann bei Nichterfolg wieder eingestellt werden. Das hat die BBKK hier getan.

Weiterhin trifft es hier nun sehr einseitig die gesunden, meist jüngeren Kunden. Diese ärgern sich nun, mehr zahlen zu müssen und selbst bei Leistungsfreiheit keine Rückzahlung mehr zu bekommen.

Dennoch sollten Versicherungen nicht voreilig gekündigt werden. Dazu hatte ich bereits im letzten Jahr ausführlich geschrieben.

Nicht voreilig kündigen bei Beitragsanpassung

In den letzten Tagen und Wochen häufen sich die Anfragen von bisher bereits PKV Versicherten Kunden die Ihre Beitragsanpassung bekommen haben.Viele sind verärgert und enttäuscht von dem Berater, dem Unternehmen oder dem System. Viele Reaktionen sind jedoch übereilt und nicht endgültig durchdacht.

Besonders verärgert sind dagegen Kunden, welche im let WEITERLESEN

Bei einigen der hier betroffenen Tarife sehe ich aber durchaus große und teilweise unkalkulierbare Leistungslücken. Einige haben Sie so sicher nicht erwartet, da die Kunden, welche aus der GKV kamen, vorgegaukelt bekommen „alles ist besser in der PKV“. Schauen Sie sich eimal die folgenden Kriterien und dazu die Aussagen in den Bedingungen Ihres Tarifs an- Sie werden erstaunt sein. Sollten Sie dann zu dem Schluß kommen, „das will ich ändern“, so tun Sie sich einen großen Gefallen und lassen sich Zeit. Entscheidungen unter Zeitdruck oder gar bis zum 01. Mai 2010 treffen zu wollen ist so ziemlich das falscheste was Ihnen passieren kann.

22.
April '10

Dread Disease oder Berufsunfähigkeitsversicherung ?


In verschiedenen Foren wird derzeit die Frage diskutiert, ob eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll ist, oder ob es nicht besser sei eine so genannte „Dread Disease“ Versicherung abzuschließen. Um das jedoch beurteilen zu können, klären wir zunächst einmal die Begriffe.

Berufsunfähigkeitsversicherung:

Hier wird eine Leistung für den Fall der Berufsunfähigkeit erbracht. Dabei ist in der Regel Voraussetzung, dass der Versicherte zu mind. 50% seinen Beruf nicht mehr ausüben kann. (Weiterhin können Staffelregelungen mit anteiligen Renten von 25- 75% vereinbart werden)

Abgestellt wird hier aber immer und ausschließlich auf die Frage der Berufsunfähigkeit und die konkrete Tätigkeit. Hierbei ist es (bis auf Ausschlüsse) unerheblich, warum diese Berufsunfähigkeit eingetreten ist und wodurch diese ausgelöst wurde.

Ist der Zustand der BU eingetreten, so wird die vereinbarte (monatliche) Rente solange gezahlt, wie der Zustand der Berufsunfähigkeit fortbesteht, längstens natürlich bis zum vertraglich vereinbarten (Leistungs-)Endalter.

Dread Disease od. Schwere Krankheiten Versicherung:

Wie der Name schon sagt handelt es sich um eine Absicherung gegen (bestimmte) schwere Krankheiten. Bei Auftreten einer, im Vertrag klar definierten, Erkrankung wird eine festgelegte Summe zur einmaligen Auszahlung gebracht.

Hierbei ist der berufliche Hintergrund oder sonstige Einflüsse unerheblich. Es wird eine Krankheit und deren Kriterien die zu erfüllen sind, vorher festgelegt. Daher ist auch die Eintrittswahrscheinlichkeit für den Versicherer einfach(er) zu kalkulieren und die Prämien für die DD Versicherung sind somit kleiner als die der Berufsunfähigkeitsversicherung.

Ob die Versicherung nach Eintritt einer definierten Krankheit beendet ist, oder weiter laufen kann (und für eventuelle andere def. Krankheiten zahlt) ist vertraglich zu vereinbaren.

Vor- und Nachteile der Varianten:

Eine „Schwere Krankheiten Versicherung“ ist immer nur eine Ausschnittsdeckung. Es gibt einen (kleinen) Teil von Erkrankungen die mit dieser Form der Absicherung gut versichert werden können. Die dann zu erbringende Einmalzahlung kann frei verwandt werden. Ist der Patient später wieder geheilt, so erfolgt keine Rückforderung oder dergleichen, denn der Versicherungsfall war ja eingetreten. Der entscheidende Vorteil ist somit das schnell verfügbare Kapital. Davon könnten zum Beispiel eine teure Behandlungen im Ausland, Umbaumaßnahmen oder sonstige Anschaffungen finanziert werden. Der entscheidende Nachteil liegt aber in dem gleichen Punkt. Einmal Kapital, dann keine weiteren Zahlungen.

Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung handelt es sich um eine Volldeckung. Hierbei ist der Grund des Eintritts egal und es wird ein voller Schutz für den Tatbestand der Berufsunfähigkeit geboten. Es erfolgt jedoch (bis auf wenige Tarife und Optionen) keine Einmalzahlung, sondern eine Rentenzahlung bis zum Ende der vereinbarten Vertragslaufzeit. Der Vorteil hierbei liegt in einer langfristigen Absicherung und der Sicherstellung des Einkommens über den kompletten Vertragszeitraum. Die BU Rente ersetzt das laufende Arbeitseinkommen.

Das ideale Produkt?:

… wäre ein Mix aus Beidem. Wenn es die finanziellen Möglichkeiten zulassen, so kann eine Kombination gewählt werden. Zum Beispiel kann eine Einmalzahlung von 100.000 EUR zur Kostendeckung aller plötzlichen Aufwendungen und zur Überbrückung bis zur BU Rente eingesetzt werden (wenn es sich denn um eine der definierten Krankheiten handelt).

Im Anschluss sollte aber dennoch eine entsprechende Berufsunfähigkeitsversicherung vorhanden sein, damit die laufenden Kosten gedeckt werden.

Auch bei Versicherten wo der Beruf nicht definiert werden kann (Selbstständige die mehrere Unternehmen haben und/ oder so vielschichtige Tätigkeiten ausüben, die sich nicht klar umreißen lassen), oder solche die eine Absicherung gegen die Berufsunfähigkeit aus gesundheitlichen Gründen nicht bekommen, ist eine Prüfung der Versicherbarkeit in der Dread Disease Versicherung angeraten. Hier ist jedoch unbedingt auf eine angemessene Höhe der Versicherungssumme zu achten.

Bei einer Einmalzahlung von 500.000 EUR und einer angenommenen Verzinsung der Anlage von 3%, ergäbe sich bei Kapitalerhalt immerhin eine Rente (lebenslang) von monatlich 1.250 EUR. Dieses lässt sich, je nach Alter des Versicherten, auch als Kapitalverzehr kalkulieren.

Eine allgemeingültige Empfehlung kann somit nicht gegeben werden. Sollten Sie sich mit der Absicherung der Arbeitskraft oder der schweren Krankheiten beschäftigen, ziehen Sie am besten einen spezialisierten Berater zu Rate.

Weiterführende Informationen:

Leitfaden zur Berufsunfähigkeitsabsicherung

Auswahlkriterien zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Blogbeiträge rund um die Berufsunfähigkeit