Archiv für Januar 2009

30.
Januar '09

GKV: Kein Krankengeld bei negativen Einkünften


Guten Tag liebe Leser,

für viele freiwillig gesetzlich Versicherten ist es selbstverständlich, dass diese auch ein Krankengeld in ihrem Versicherungsschutz enthalten haben. Nur so ist sichergestellt das die Einkommensverluste ausgeglichen werden können. Leider herrscht hier immer noch bei vielen Unklarheit darüber wie hoch und wann dieses nun gezahlt wird. 

Zur Höhe sei nur kurz erwähnt das es immer nur bis zu der Höhe gezahlt wird, welche auch zu der Beitragsberechnung heran gezogen wird. Also zahlt jemand den Mindestbeitrag besteht auch max. bis zu dieser Höhe Versicherungsschutz in der (gesetzlichen) Krankentagegeldabsicherung. Nun hatte das Landessozialgericht Sachsen über einen Fall zu entscheiden der sich mit negativen Einkünften beschäftigte.

Hier zunächst der Leitsatz:

Kein Krankengeld für hauptberuflich selbständige Erwerbstätige, wenn im abgeschlossenen Kalenderjahr vor Arbeitsunfähigkeit negative Einkünfte vorlagen BSG, Urteil vom 06.11.2008, Az. B 1 KR 8/08 R

Ein hauptberuflich selbstständiger, freiwillig versicherter Erwerbstätiger kann im Falle der Arbeitsunfähigkeit dann kein Krankengeld beanspruchen, wenn er im letzten abgeschlossenen Kalenderjahr vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit nur negative Einkünfte erzielt hat. Daran ändert sich auch nichts, wenn er in dem abgeschlossenen Kalenderjahr nur fünf Monate arbeitete, weil er seine selbständige Tätigkeit in genau jenem Jahr aufgenommen hat. SGB-V § 47 Abs. 4 S. 2

Der Handwerker hatte im Jahr 2004 (als Grundlage der Berechnung) negative Einkünfte erzielt und erst im Folgejahr wieder ein positives Betriebsergebnis. Dennoch erhielt dieser kein Krankengeld. Das Urteil im Volltext finden Sie in meinem Downloadbereich oder hier als Direktlink.

Auch in der Privaten Krankenversicherung gibt es Regeln welches Einkommen in welchem Maße zu Grunde zu legen ist und wie die Berücksichtigung bei dem Krankengeld im „Fall der Fälle“ zu erfolgen hat. Hier ist intensive und individuelle Beratung unerlässlich. Denken Sie insbesondere auch an den Übergang Krankengeld und Berufsunfähigkeit.

 

29.
Januar '09

Geschäftsplanmäßige Erklärung des Deutschen Ring VVaG für die Erstattung von Hilfsmitteln


Guten Morgen,

lange erwartet und jetzt endlich da. Die geschäftsplanmäßige Erklärung, also eine verbindliche Erläuterung des Versicherers zu Erläuterung/ Klarstellung von Aussagen in seinen Versicherungsbedingungen.

Hierdurch wird klargestellt, dass die bedingungsgemäße Aussage zu der Versorgung von Hilfsmittel nicht so gemeint ist wie man diese verstehen könnte. In den Bedingungen unter Punkt 3f beim Tarif Comfort+ ist folgendes geschrieben:

Erstattungsfähig gemäß Ziffer 1.1 sind bei ambulanter Heilbehandlung, gezielten Vorsorgeuntersuchungen, Entbindung und Fehlgeburt die Kosten für (…) folgende Hilfsmittel (einschließlich Wartung und Reparatur), die auch bei medizinischer Notwendigkeit der vorherigen Leistungszusage bedürfen: (…)

Damit ist hier- wie durch die entsprechende, nun vorliegende Erklärung auch dokumentiert, er- und geklärt was eigentlich gemeint ist, da beim ersten Lesen oft ein anderer Eindruck entstanden ist. Der Versicherer möchte hier (aus Gründen der Kostenersparnis) die Bezugsquelle beeinflussen, nicht jedoch die Leistung an sich. Damit schafft diese Erklärung eine zusätzliche Sicherheit.

Bei Bedarf kann/ sollte diese Erklärung in die Police aufgenommen werden.

Im Rahmen der Privaten Krankenversicherung sind grundsätzlich immer nur die Aussagen maßgebend, welche in den Versicherungsbedingungen, Versicherungsscheinen und der Police enthalten sind. Gerade in so einem komplexen Thema sollten Sie sich ausreichend Zeit für die Auswahl des Tarifs nehmen. Die weitere (nicht abschließende Aufzählung) Auswahlkriterien können Sie gern hier einsehen.

Den kompletten Wortlaut der Erklärung können Sie hier downloaden. Diese gilt für den Esprit Tarif gleichermaßen.

26.
Januar '09

Deutscher Ring Krankenversicherung und Signal Krankenversicherung fusionieren zum 01. 04. 2009


Nun ist es soweit. Der Streit zwischen dem Deutschen Ring (Krankenversicherungsverein auf Gegenseitigkeit) und der Baloise Gruppe scheint ausgefochten. In diesem ging es immer wieder um die Zerschlagung des Konzerns Deutscher Ring.

Die schweizer Baloise Gruppe, der die Versicherungsgruppe Deutscher Ring (dort die Lebens- und Sachsparte) gehört ist organisatorisch mit dem Dt. Ring Krankenversicherung verbunden. Dieses scheint nun vorbei.

Wie heute bekannt wurde, fusionieren bereits zum 1. 4. 2009 die Unternehmen Deutscher Ring KVV aG. und die Signal KV aG miteinander. Das ist einer der Vorteile von Versicherungsvereinen auf Gegenseitigkeit. Diese sind nicht zu kaufen, denn Sie gehören ihren Mitgliedern, sind also Genossenschaften. Somit wird auch dieser Zusammenschluss eine Fusion auf Augenhöhe.

Beide Versicherer planen ihr Geschäft zusammen zu legen und steigen in die TOP 10 der deutschen Krankenversicherungslandschaft auf.

Was passiert für Kunden: Ganz einfach- nichts.

Die Verträge, die Leistungen und alle sonstigen Vereinbarungen bleiben bestehen und ändern sich in keinster Weise. Auch an der Leistungs- und Abwicklungspraxis wird sich nichts ändern. Für Kunden liegt der Vorteil durchaus darin zukünftig bei einem der TOP 10 Konzerne versichert zu sein.

Auch zukünftig werden nicht „einfach alle Versicherten in einen Topf geworfen. Wir haben bei beiden VVaGs getrennte Tarife und Kollektive. Daher sehe ich keinen Anlass an der zukünftigen, positiven (Beitrags-)entwicklung des Dt. Rings zu zweifeln.

Die beiden Unternehmen haben derzeit unterschiedliche Ausrichtungen. Während der Deutsche Ring Krankenversicherung im Markt der Makler und freien Vermittler sehr gut positioniert ist und hervorragende Kennzahlen bietet, ist die Signal Krankenversicherung vorwiegend in der Ausschließlichkeit aktiv und konzentriert sich auf den Markt der Handwerker. Zusammen ergeben sich somit durchaus interessante Möglichkeiten.

Alles in allem gilt wie bei jedem anderen Versicherer auch, die Auswahlkriterien für die Private Krankenversicherung oder Berufsunfähigkeit sind entscheidend. Neben dem Unternehmen müssen natürlich zuerst die Tarife passen.

26.
Januar '09

Wenn der Krankentagegeldversicherer einen Detektiv beauftragt


Guten Abend liebe Leser,

das Problem bei Verträgen ist, dass jede Seite meint Recht zu haben und dann kommt es zu einem Rechtsstreit. So auch hier, wo sich um die Leistungspflicht des Krankentagegeldversicherer bei einem BurnOut Syndrom gestritten wurde.

Wie Sie dem Urteil 23 O 308/08 des Landgerichtes Köln entnehmen können, war der Krankenversicherer in diesem Fall der Meinung er könne das Krankentagegeld (und die Krankenversicherung selbst) allein darum beenden, da der Versicherungsnehmer ca. zweimal wöchentlich in seinem Unternehmen „nach dem rechten sah“.

Aufgrund dieses Vorganges (welches der Versicherer als „nachgehen der Tätigkeit“ wertete) kündigte der Versicherer den Vertrag zur Kranken- und Pflegeversicherung. Weiterhin wurde ein Detektiv beauftragt, die Einzelheiten entnehmen Sie bitte dem Urteil und der enthaltenen Urteilsbegründung.

Seine Entscheidung begründet das Landgericht Köln die Entscheidung damit, das man hier keine „Tätigkeit“ des Versicherungsnehmers sieht und zudem die Beauftragung des Detektives hier strittig sei. Das Gericht stellt klar, dass ein Anspruch auf Erstattung der Detektivkosten nur bei konkreten Tatbestand besteht. Ebenfalls bleibt offen, ob die Art und Weise des Tätigwerdens des Detektives hier bereits als „Verleitung zum Vertragsbruch“ zu werten ist.

Abschließend bleibt also festzuhalten, dass das Landgericht Köln hier sowohl die Kündigung als auch die Einstellung der Krankengeldzahlung ungerechtfertigt sei.

Auch in deisem Fall zeigt sich, das die Auswahlkriterien für eine Private Krankenversicherung und die Regelungen zum Übergang zwischen Krankentagegeld und Berufsunfähigkeit klar zu berücksichtigen sind.

 

24.
Januar '09

Wie wechselt man eine private Krankenversicherung- was ist denn wichtig?


Der Wille und Wunsch ist da. Glaubt man den umfragen möchte jeder fünfte Versicherte seine Krankenversicherung wechseln. Das Problem besteht darin, dass niemand so richtig weiss wie.

Seit 1. Januar 2009 gelten durch die Gesundheitsreform neue Regeln, die einen Wechsel auch unter (teilweise) Mitnahme der Alterungsrückstellungen möglich machen. So ist es Kunden in der „neuen Welt“ der PKV nunmehr möglich Ihren Versicherer zu wechseln und dennoch nicht alle Altersrückstellungen zu verlieren.

Und die Kunden aus dem Bestand? Auch diese haben eine Möglichkeit Ihren Versicherer innerhalb des ersten Halbjahres 2009 zu wechseln. Dabei gelten jedoch strenge und klar definierte Regeln. Es muss zunächst in den Basistarif gewechselt werden. Dieser ist aber ausgesprochen unattraktiv. Die Beiträge bewegen sich generell um den Höchstbeitrag von 570 EUR pro Monat- also weitaus uninteressanter als mancher „normaler“ Tarif.

Der Übertragungswert- oder was kann ich mitnehmen?

Dieser Wert wird oft weit überschätzt. Entgegen den Vorstellungen beträgt der Übertragungswert nur rund ein Drittel des eigentlichen Altersrückstellungspolsters, so Peter Schramm, Versicherungsmathematiker und Gutachter. Bei einem 40 jährigen Mann beträgt der Übertragungswert somit ca. 5.000 EUR, bei einer gleichaltrigen Frau 4.700 EUR, berechnet Peter Schramm. Unterstellt wird hier ein Versicherungsbeginn im 30. Lebensjahr des Kunden. (Es handelt sich um Richtwerte welche je nach Tarif stark abweichen können. 

In den ersten 5 Jahren ist ein Wechsel durchaus noch zu überlegen. Wer also beim Betrachten der Kriterien sich die Frage stellt ob das in seinem Tarif so enthalten ist und ob der Versicherungsschutz so ist wie man sich den vorstellt, kann durchaus noch wechseln. Die Übertragungswerte liegen hier bei 1.400 EUR bzw. 1.300 EUR (Frauen) und sind auch hier eher als Richtgrößen anzusehen.

Zu beachten ist aber in jedem Fall die neue Gesundheitsprüfung. Bei einem Wechsel der Gesellschaft wird diese in jedem Fall die Risikoprüfung neu durchführen. Wechseln Sie intern innerhalb der Tarife Ihrer bisherigen Gesellschaft so richtet sich das Wechselrecht nach §204 VVG (neu).

Ob Sie richtig versichert sind oder nicht, lässt sich pauschal nicht sagen. Dabei sind zum einen Wünsche und Bedürfnisse zu klären, andererseits sind natürlich auch die Unternehmen und deren „Fakten“ zu berücksichtigen. Laut Aussage von Morgen&Morgen gibt es nur 15 Versicherer welche im Bilanzcheck mit 6 Punkten zur Spitzengruppe gehören. Dieses sind (beispielhaft) die Hallesche, der Dt. Ring, die Alte Oldenburger oder die Barmenia, aber auch kleine, eher unbekannte wie die Concordia oder die Provinzial. 

Die höchste Nettoverzinsung weist mit 6,2% der Deutsche Ring auf, gefolgt von der Debeka (5,7) und der DKV (5,0). 

Was sagen Ihnen diese Zahlen- allein NICHTS. Nur im Kontext mit anderen Kennzahlen und natürlich mit der Betrachtung des Bedingungswertes sind Aussagen zur Qualität des Versicherungsschutzes möglich. Isoliert betrachtet ist weder das eine noch das andere „gut oder schlecht“.