Auswahlkriterien zur PKV für Beihilfberechtigte

Ähnlich wie in der privaten Krankenversicherung für Angestellte oder Selbständige, sind auch im Bereich der „Restkostenversicherung" für Beamte eine Vielzahl an Leistungspunkten zu beachten, wenn es um die Auswahl des geeigneten Tarifs geht.

Im Unterschied zu den erstgenannten Berufsgruppen ist die Auswahl für Beamte in doppelter Hinsicht anspruchsvoll, denn als Beamtin/Beamter müssen Sie sich künftig mit 2 Leistungserbringern auseinandersetzen, die zudem unterschiedliche Leistungsgrundlagen bieten.

Stellen Sie sich vor, sie wollen ein Haus bauen und müssen 2 Baufirmen mit dem Bau Ihres Hauses in Arbeitsteilung beauftragen.
Firma Nummer 1 ist ein vorgegebenes staatliches Unternehmen, das zwar solide baut, sich aber weder an die Ansprüche und Vorgaben des Bauherren halten muss, noch sicherstellen muss, dass während der gesamten Bauzeit gleiche Materialien oder bauliche Vorgaben eingehalten werden müssen.

Als Firma Nummer 2 können Sie unter verschiedenen privaten Bauunternehmen wählen, die Ihnen Art der Materialien, Bauausführungen usw., vertraglich garantieren, ja ggf. sogar anbieten Teilaufgaben des staatlichen Unternehmens mit zu übernehmen, die bei Baubeginn bekannt sind.

Was würde passieren, wenn Sie nicht wissen, in welcher Ausführung das staatliche Unternehmen baut? Wie wird das Haus wohl aussehen, wenn Sie sich bei Ihrer Auswahl nur an den Leistungen der privaten Baufirmen orientieren?In der Krankheitskostenversicherung für Beamte verhält es sich ähnlich. Den Umfang Ihres Beihilfeanspruchs können Sie sich nicht aussuchen. Ihr Dienstherr legt fest, welche Krankheitskosten beihilfefähig sind, welche nicht, wie hoch Eigenleistungen ausfallen, die Sie tragen müssen oder wie hoch Ihre Beihilfesätze oder die für Ihre Angehörigen sind. Zudem kann er den Leistungsanspruch auch noch künftig verändern. Ein gutes Beispiel hierfür ist die jüngste Beihilfeänderung im Land Baden-Württemberg.

Es könnte ein fataler Fehler sein, sich ausschließlich mit den Tarifen der privaten Krankenversicherung auseinander zu setzen und nur deren Leistungsunterschiede zu vergleichen ohne die Stärken und Schwächen der Beihilfen zu kennen.
Eine für Beamte empfehlenswerte Vorgehensweise zur Auswahl eines geeigneten Versicherungsschutzes sollte also grundlegend anders sein, als beim Angestellten oder Selbständigen.
Es könnte ein fataler Fehler sein, sich ausschließlich mit den Tarifen der privaten Krankenversicherung auseinander zu setzen und nur deren Leistungsunterschiede zu vergleichen ohne die Stärken und Schwächen der Beihilfen zu kennen.
Eine für Beamte empfehlenswerte Vorgehensweise zur Auswahl eines geeigneten Versicherungsschutzes sollte also grundlegend anders sein, als beim Angestellten oder Selbständigen.

Schritt Nummer 1: Sie müssen sich zunächst darüber im Klaren sein, welche Bereiche / Kosten überhaupt abgesichert werden (können) und was Ihnen wichtig ist.

Hierzu gehört beispielsweise die Beantwortung folgender Fragen:

Schritt Nummer 2: Anhand der für Sie gültigen Beihilfeverordnung muss ermittelt werden, welche Kosten Ihres Absicherungsbedarfes über die Beihilfen Ihres Dienstherren gedeckt werden und welche nicht.

Hierzu 4 Beispiele (Basis Beihilfeverordnung Nordrhein-Westfalen*)

 

*In Nordrhein-Westfalen werden im Vergleich mit anderen Bundesländern relativ umfangreiche Beihilfen gewährt!

Schritt Nummer 3: Bei der Prüfung der privaten Restkostenversicherung ist nun wesentlich zu ermitteln, welcher Tarif dazu geeignet ist, Ihren Bedarf zu decken und ob der Versicherer einen Tarif anbietet, der ggf. Leistungslücken der Beihilfe mindestens bis zur Grenze Ihres Bedarfes zu schließen vermag. Diese Möglichkeit wird oft suggeriert, ist aber leider relativ selten der Fall.
Bezogen auf die in Schritt 3 genannten Beispiele:

Schritt Nummer 4: Welche Bereiche bestehen, in denen die Beihilfe z.B. gar nicht „zuständig" ist, die aber im Laufe Ihres Lebens für Sie wichtig werden können und für die es in der PKV eine Regelung geben muss?

Ein Beispiel hierfür ist die Nachversicherungsgarantie eines Krankentagegeldes ohne Gesundheitsprüfung im Falle eines Ausscheidens aus dem Beamtenverhältnis. Beamte benötigen keine Krankentagegeldabsicherung, da die Besoldung im Krankheitsfalle durch den Dienstherren weitergezahlt wird - PKV-Versicherte Angestellte und Selbständige benötigen dies dringend. Für aus dem Beamtenverhältnis ausscheidende könnte es schlimme Folgen haben, wenn sie z.B. aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr die Möglichkeit bekommen, ein Krankentagegeld per Antrag auf „normalem Wege" hinzu zu versichern. Die gesetzlichen Regelungen des § 199 VVG sichern eine solche Nachversicherungsmöglichkeit nicht zu!

Wissen Sie, wie Ihr Leben (oder dass Ihrer Angehörigen) verlaufen wird und ob Sie lebenslänglich Beamter bleiben werden?

Es ist nicht ganz so einfach, Beihilfe und private Krankenversicherung aufeinander abzustimmen.

Mit dem Kriterienfragebogen für Beamte können Sie sich einen ersten Überblick verschaffen und das von Ihnen gewünschte Leistungsprofil eingrenzen. Im gemeinsamen Gespräch erläutere ich Ihnen die Einzelheiten und so ist es möglich, gemeinsam einen für Sie passenden Versicherungstarif zu finden.